Praktikumsblog von Ceyda: Teamwork statt Einzelkämpferin

Verantwortung übernehmen, Aufgaben eingeständig bearbeiten, Ergebnisse präsentieren – ist das Arbeitsleben so, wie Ceyda es sich vorgestellt hat? Wie sich ihre Vorstellungen und Wünsche entwickelt haben, erzählt sie im Beitrag.

Etwas mehr als zwei Monate arbeite ich schon bei matrix. Zwei Dinge sind weiterhin unterverändert: Zum einen bin ich immer noch kein Morgenmensch und zum anderen macht mir die Arbeit weiterhin sehr großen Spaß. Abgesehen davon hat sich bisher einiges getan. In meinem letzten Blogbeitrag habe ich den Wunsch geäußert, ein bisschen Verantwortung zu bekommen und genau das ist eingetreten. Und auch, wenn ich durchs Studium gelernt habe, wie man Verantwortung übernimmt, ist es im Arbeitsleben doch etwas anderes. An der Uni bin ich für mich selbst verantwortlich und meine Arbeit hat auch nur Auswirkungen auf mich. Im Arbeitsleben hingegen arbeite ich im Team. Wir planen zusammen und der Erfolg der Projekte ist von der Arbeit mehrerer Personen anhängig.

Texte schreiben? Nicht so einfach wie es klingt

Meine Aufgabe der vergangenen Wochen klang zunächst recht einfach: „Suche dir ein Thema, über welches du schreiben möchtest und welches du aus verschiedenen Perspektiven beleuchten kannst.“
Kein Problem, dachte ich. Thema raussuchen, Texte schreiben und fertig. Doch damit habe ich mich deutlich verschätzt. Beiträge zu verfassen läuft so ab, wie die Teilnahme an Modulen in der Uni: vorbereiten, durchführen und nacharbeiten – also, sehr umfangreich. Als ersten Schritt machte ich mich an die Themensuche. Der erste Vorschlag war, dass ich über das Thema „Studienfinanzierung“ – also primär BAföG – schreibe. Leider hat sich dieses Themenfeld als zu limitiert herausgestellt.

Themensuche als Herzensangelegenheit

Die Überlegungen gingen also weiter. Da sich Next Career auch mit Studienwechsler*innen beschäftigt und mich diese Thematik persönlich betrifft, liegt es mir sehr am Herzen, den Studienwechsel aufzudröseln. Ich möchte die wichtigsten Aspekte herausarbeiten, um zukünftigen Wechsler*innen ein bisschen weiterhelfen zu können.
Zu Beginn habe ich mir also ein konzeptloses Konzeptpapier erstellt und alle Unterthemen, die ich als interessant und wichtig empfinde, runtergeschrieben. Es soll unter anderem um Ängste und Druck gehen sowie um die Studienfinanzierung nach dem Wechsel; Erfahrungsberichte werden auch eingebaut. Ich habe meine Wünsche und Ziele formuliert und auch, wie ich diese umsetzten möchte. Ein paar Ansprechpartner*innen habe ich den Themen schon zugeteilt, aber ich bin in der redaktionellen Arbeit nicht so routiniert wie andere meiner Arbeitskolleg*innen. Aus diesem Grund habe ich schon recht früh Gespräche mit ihnen angesetzt, um herauszufinden, wie sie an die Recherche von neuen Texten herangehen und welche Tipps sie mir geben können. Der Austausch hat mich wirklich weitergebracht. Teilweise gab es Beitragsformen, die ich nicht im Kopf hatte. Außerdem habe ich eine Übersicht darüber bekommen, wen ich bei bestimmten Themen ansprechen und wie ich den Kontakt aufbauen kann.
Aktuell habe ich eine Übersicht darüber erstellt, welche Themen und Ansprechpartner zusammengehören, welche Textgattung ich wo einsetzen möchte und wie ich am erfolgversprechendsten vorgehe.

Aller Anfang ist schwer

Ich habe die zukünftigen Beiträge nach Prioritäten sortiert, um irgendwo einen Anfang zu finden. Ein Text, genauer gesagt: ein Interview, ist schon fertiggestellt. Es hat mehr Arbeit in Anspruch genommen als ich dachte, tiefgehende Fragen zu stellen und dabei Rücksicht auf die Sensibilität des Themas zu nehmen. Ein zweiter Beitrag zum Thema Studienfinanzierung ist auch schon fast fertig. Zudem bin ich gerade daran, Ansprechpartner*innen für die anderen Unterthemen zu finden, was sich aus unterschiedlichsten Gründen leider schwieriger gestaltet als vorher gedacht, aber ich bin zuversichtlich, dass es noch klappen wird. Die letzten Wochen meines Praktikums werde ich also vor allem dem Schreiben der Beiträge widmen.

Rückblickend bin ich erstaunt, was ich alles in den vergangenen zwei Monaten gelernt habe. Mir fällt es deutlich leichter Beiträge zu schreiben und ich habe tatsächlich einen eignen Schreibstil entwickelt, was mich sehr freut, da ich im Studium keine Texte schreibe.
Außerdem habe ich gelernt, selbstbewusster an Aufgaben ranzugehen und auch stolz auf meine Leistungen zu sein oder mich nicht zu sehr runterziehen zu lassen, wenn etwas mal nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe. Denn es ist ganz normal, dass einige Projekte mehr Zeit in Anspruch nehmen, als man vorher dachte und es ist auch nicht schlimm, wenn eine Idee nicht umsetzbar ist und man sie noch mal überdenken muss.

Verantwortung zu übernehmen ist nicht so angsteinflößend, wie es mir Anfang vorkam. Ich kann immer um Hilfe bitten, wenn ich sie brauche und Fragen stellen, wenn ich nicht weiter weiß. Denn das echte Arbeitsleben bedeutet nun mal Teamarbeit. Man möchte gemeinsam weiter kommen und arbeitet, anders als im Studium nicht nur für sich selbst. Eben Teamwork statt Einzelkämpfer.

Geschrieben von : Ceyda Ortabas