Social Media Trends für 2019: Mit und nicht über die Zielgruppe

Neues Jahr neues Glück: Immer noch zögern viele Institutionen, Ihre Projekte in den Sozialen Medien aufzustellen. Dabei war das nie leichter als heute! Wir raten: Einfach mal machen! Nutzen Sie 2019, um ihre bestehenden Auftritte zu überdenken oder fangen Sie damit an, Auftritte aufzubauen. Führen Sie den Dialog mit Ihrer Zielgruppe dort, wo sie vertreten ist.

Damit Sie sich nicht allein auf Ihr Glück verlassen müssen, hat die matrix ein paar Tipps und Trends, die Sie 2019 beachten sollten:

Die Übersicht:

  1. Influencer – Reichweite durch starke Kooperationen
  2. Video – Ein Trend, der anhält und wächst
  3. Google – Google+ stirbt, Google erwacht!
  4. Die Dystopie – Die Überflutung in den Sozialen Medien führt die Menschen zurück in die echte Welt
  5. Games & Gamification: Neue Möglichkeiten – Programme und Anwendungen aus anderen Bereichen eröffnen in Zukunft neue Wege, mit der Community zu interagieren

1.Influencer – Reichweite durch starke Kooperationen

„Und schon wieder eine Prognose über Influencer-Marketing“, wird sich der ein oder andere jetzt denken. „Dabei ist das Ding mit den Influencern doch schon lange tot“, darf man in vielen aktuellen Beiträgen lesen. Wir aber wollen eine andere Seite des Influencer-Marketings betrachten – und zwar die der sogenannten Micro- und Nano-Influencer*innen.  
Zu diesen zählt quasi jede*r von uns. Jede*r hat einen Familien-, Freundes und Bekanntenkreis, in denen sie oder er sich über bestimmte Themen austauscht.

In vielen unserer Projekte setzt die matrix sich mit dem Thema der zukünftigen Berufswahl auseinander, ob für den MINT-Nachwuchs oder für Studienzweifler*innen. Immer wieder erzählen uns Protagonist*innen hier ähnliche Geschichten: „Meine Mutter hat einen ähnlichen Beruf“ oder „ein guter Freund von mir hat mir das empfohlen“.
Diesen sozialen Einfluss üben wir permanent auf unser Umfeld aus. Manche mehr und manche weniger, wenn man dem Gesetz der Wenigen der Tipping-Point-Theorie glauben darf.
Sicher ist jedoch: Die Glaubwürdigkeit ist bei Menschen, die man kennt, meist deutlich höher als bei Fremden.

Jetzt werden einige denken: „Das nennt man Mundpropaganda und ist nichts Neues“. Auch das stimmt natürlich, allerdings wenden die Wenigsten dieses Prinzip an und münzen es auf die Sozialen Medien um: Bewertungen schreiben, kommentieren, teilen, liken oder empfehlen. Die Sozialen Medien sind voll von Funktionen, um unserer Familie, unseren Freunden oder Bekannten zu zeigen, was wir gut bzw. nicht gut finden. Diese Bewertungen beeinflussen uns, wenn wir uns informieren oder durch unseren Newsfeed wischen – ob wir möchten oder nicht.

Die Aktivierung der User ist das A und O


Und genau hier liegt für uns der neue Kern des Influencer-Marketings. Während sich auf der einen Seite die großen Macro-Influencer*innen ihre Reichweite gut bezahlen lassen, sind Micro- und Nano-Influencer*innen auch über andere Faktoren zur Produktion von Content zu ermutigen. Vor allem für Nischen-Produkte bieten sich solche Influencer*innen an, weil sie oftmals selbst Teil der Community sind.  Dieses Phänomen nennt sich ‚User-Generated-Content‘ (TextBroker(UGC: https://www.textbroker.de/user-generated-content). Doch wie kann die Zielgruppe dazu aktiviert werden zu interagieren? Gamification, Gutscheine oder Hero-Kampagnen, das sind alles Beispiele für eine Aktvierungen der Micro- und Nano-Influencer*innen. Mit Blick auf die Authentizität gibt es keine höhere Stufe, als ‚User-Generated-Content‘ von Personen, die man persönlich kennt.

Dieses Prinzip lässt sich natürlich auf alle Bereiche ausweiten. Oftmals besteht schon eine Markentreue zu einem Produkt und vielleicht haben diese Nutzer*innen schon etwas in den Sozialen Medien gepostet. Die Aufgabe ist es also, den/die Nutzer*in richtig zu aktivieren, sodass diese Aktivitäten auch getrackt werden können – beispielsweise kann ein Hashtag definiert werden. Dies vereinfacht natürlich auch das Community Management ungemein und es kann so direkt auf positive und negative Äußerungen eingegangen werden.

Unser Tipp: Überlegen Sie sich eine klare Strategie zur Aktivierung Ihrer Zielgruppen und machen Sie diese zu Ihren eigenen Influencer*innen.

2.Video – Ein Trend, der anhält und wächst

Seit zwei Jahren wird prophezeit, dass alle Kanäle sich auf das Format Video einstellen müssen. Das hat sich auch durchaus bewahrheitet – mittlerweile ist 80% von dem, was wir in den Sozialen Medien konsumieren, Video-Content (Quelle: Social Media Marketing Trends).

Zunächst führte dies zu einer Überflutung des Newsfeeds mit Bewegtbild in jeder Form. Leider oftmals eher schlecht als recht. Doch zwei Faktoren versprechen Besserung:

  1. Technologie: Packen Sie doch mal Ihr erstes Smartphone aus und vergleichen Sie die Video-Qualität mit Ihrem neuesten IPhone, Samsung oder Google Pixel! Spätestens seit ‚Unsane‘, den Steven Soderbergh allein mit dem IPhone gedreht hat, ist klar: Hier geht einiges. Zusätzlich wird die Ausrüstung immer günstiger und besser. Während vor wenigen Jahren Gimbals zum Ausgleichen von Wacklern nur von professionellen Filmer*innen genutzt wurden, nutzen mittlerweile Schulklassen, Social Media Manager*innen und Lehrer*innen die neuesten Technologien für den kleinsten Preis. Wir selbst geben regelmäßig Workshops zum Thema Mobile Journalism und stellen immer wieder fest, dass nur wenige Monate gigantische Sprünge in der Qualität der Ausrüstung bedeuten. Wichtiger Tipp: Bilden Sie sich fort. Die Ausrüstung kann leider nicht alles für Sie übernehmen. Schnittprogramme, wie Adobe Premiere und Avid waren bis vor wenigen Jahren die einzige Möglichkeit, um professionelle Videos zu schneiden. Die Auswahl der Programme, die bereits auf dem Handy gute Ergebnisse liefern, ändert sich mittlerweile täglich. Kamerahersteller wie GoPro bieten sogar „intelligente“ Schnittprogramme an, die die halbe Arbeit übernehmen. Natürlich reicht das nicht, um richtige Imagefilme zu produzieren, aber um den nötigen Bedarf in den Sozialen Medien zu sättigen, bieten sich hierdurch gänzlich neue Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt.
  2. Wir lernen! Jahr für Jahr wird es für uns selbstverständlicher mit einem Smartphone umzugehen. Die meisten Silver-Surfer verschicken mittlerweile eifrig Videos ihrer Enkelkinder oder facetimen fleißig mit den Kindern, die in Übersee leben. Jeden Tag nutzen wir unsere Smartphones zwischen 145 und 225 Minuten (Quelle: JIM Studie 2018). Es wird daher immer selbstverständlicher, diese Programme zu nutzen. Das Einzige, was hier etwas auf der Strecke bleibt, ist unsere digitale Kompetenz und unser Gefühl für Datenschutz. Übrigens ist das ein Thema, das in den nächsten Jahren große Herausforderungen und Schwierigkeiten mit sich bringen wird: Versprochen!

Verlieren Sie auch nicht Virtual Reality und 360°-Videos aus den Augen. Auch diese Technologien finden immer mehr Akzeptanz auf dem Markt und bieten spannende Möglichkeiten, um Ihre Geschichte neu zu erzählen. Für eine hohe Reichweite bietet sich übrigens das Live-Video an.

Unser Tipp: Probieren Sie sich aus. Testen Sie die Möglichkeiten der Plattformen und klären Sie intern ab, welcher Content als Video geeignet wäre. Falls nötig, holen Sie sich eine Beratung oder ein Training. Grundsätzlich sollten Sie sich aber immer wieder die Fragen stellen: Wessen Daten nutze ich hier gerade? Und habe ich den Personen ausreichende Möglichkeiten gegeben sich darüber bewusst zu sein und zu widersprechen? Neue Technologien dürfen nicht zur Entmündigung der Menschen führen.

Lesen Sie im zweiten Teil dieses Blogs, wie es mit Google weitergeht und wie Überflutung in den Sozialen Medien Menschen zurück in die echte Welt führt.

Geschrieben von : Lara Luska