Innovationsteam entwickelt Netzwerk-Konzepte für WFG Kreis Soest

Gleich zwei Konzepte hat das matrix-Innovationsberatungsteam in den vergangenen Monaten für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Soest erarbeitet: Zum einen konzeptionierte das Team das „Digitale Netzwerk Mittelstand“, zum anderen erarbeitete es den „Gesundheitskiosk“. Beide Themen wurden zudem durch die erfolgreiche Akquisition von Fördermitteln flankiert.

Die Digitalisierung voranbringen – dieses Ziel verfolgen derzeit Unternehmen in allen Regionen. Im Kreis Soest hat das Innovationsberatungsteam um Anna Czeschik nun dabei unterstützt, innovative Konzepte zu entwickeln und Förderanträge für zwei Digitalisierungsprojekte zu stellen: Während das „Digitale Netzwerk Mittelstand“ die Digitalisierung in Unternehmen fokussiert, soll der „Gesundheitstreffpunkt“ sich auf den Gesundheitssektor beziehen. Eingereicht wurden die Anträge zum einen im Programm „DWNRW Networks“ des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, zum anderen im Programm „Land.Digital“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Digitales Netzwerk Mittelstand: Empowerment für Unternehmen

Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen, indem Hindernisse abgebaut, Beratung zur Seite gestellt und bei der Realisation geholfen wird – diesem Prinzip folgt das „Digitale Netzwerk Mittelstand“ (DNM) des Kreises Soest.

Dieses regionale Netzwerk besteht aus Unternehmen, digitalen Vorreitern, Digitalisierungsexperten, Hochschulen, bereits bestehenden Netzwerken und Initiativen. Das DNM hilft Unternehmen, aktiv und selbstständig eine individuelle Digitalisierungsstrategie zu erarbeiten. Es soll also nicht nur ein Digitalisierungsnetzwerk aufgebaut werden, vielmehr werden Unternehmen auch bei einer systematischen Erschließung und Umsetzung von Digitalisierungsthemen und -vorhaben begleitet.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaften Kreis Soest und Lippstadt haben mit Hilfe der matrix-Innovationsberatung das Konzept für den Aufbau des DNM eingereicht.

Die drei zentralen Ziele des DNM:

  • Digitalisierungskultur schaffen
  • Digitalisierungskompetenz aufbauen
  • Digitalisierungsnachfrage bedienen

Das DNM will nicht selbst die Region digitalisieren, vielmehr soll das DNM Digitalisierungshemmnissen beseitigen und die traditionelle Wirtschaft der Region mit einem digitalen Leitgedanken infizieren, die nötige Kompetenz aufbauen und sichern und digitale Nachfrage in der Region mit regionalen und überregionalen Angeboten zusammenbringen, sodass die Region von innen heraus und durch sich selbst nachhaltig digitalisiert wird.

Die Arbeit des DNM wird von zwei sogenannten Digiscouts geleitet. Sie fungieren als „Digitalisierungs-Agent*innen“ und übernehmen die Rolle des Beraters, Netzwerkers, Vermittlers.

Partizipative Methoden bei der Netzwerkarbeit

Die Methoden, mit denen das DNM arbeiten will, lassen sich allesamt partizipativ gestalten, was den Berater*innen von matrix ein wichtiges Anliegen ist. „Mit modernen Veranstaltungsformaten wie Hackathons oder Innovationscamps wollen wir Unternehmen in eine aktive Rolle bringen, damit sie selbst ein konkretes Bild von Digitalisierung in ihren Firmen zeichnen können, also aktive Gestalter sind“, erklärt Anna Czeschik von der matrix.

Gleichzeitig bedeute Partizipation auch immer Empowerment: Die Unternehmen werden bestärkt, ihre eigene Digitalisierung souverän voranzubringen.

Gesundheitstreffpunkt: Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung

Eine zweites Projektvorhaben hat das matrix-Team mit der WFG Kreis Soest im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung entwickelt. Das Problem des Ärztemangels im ländlichen Raum wird derzeit immer dringender. Digitale Angebote können helfen, die Versorgung von Patient*innen zu gewährleisten, Arbeitsbelastungen von Fachpersonal zu verringern und so die Lebensqualität einer Region zu erhöhen.

Das Projekt „wfg.medPULS“ besteht aus zwei Elementen, die beide digitale Lösungen für die ärztliche Versorgung im Kreis vorschlagen.

  1. Digitale Lotsen
  2. Digitaler Gesundheitstreffpunkt – „Gesundheitskiosk“

Digitale Lotsen unterstützen Ärzte

Zur Beratung, Aufklärung und Unterstützung von Praxen sollen digitale Lotsen eingesetzt werden. Sie verfügen sowohl über Wissen rund um technische Soft- und Hardware, die Ärzte einsetzen können, als auch über das nötige Feingefühl in Bezug auf den Alltag von medizinischem Personal. Neben der konkreten Beratung zu Produkten und Methoden ist eine wichtige Aufgabe der Lotsen, die Vernetzung von Ärzten im Kreis zu fördern: Unter dem Stichwort Community Building versuchen die Lotsen die Gruppen zu verbinden – mit dem Ziel, den Kontakt unter den Kolleg*innen zu ermöglichen, die sich beispielsweise für bestimmte digitale Anwendungen entscheiden und sich dazu mit anderen austauschen möchten.

Bei allen Aktivitäten der Lotsen im Bereich Digitalisierung soll stets der konkrete Nutzen für die einzelne Praxis und den einzelnen Arzt oder die einzelne Ärztin im Vordergrund stehen, also beispielsweise: Wie kann ich durch ein Online-Terminvereinbarungssystem die Rate der „no shows“ (verfallenen Termine) in meiner Sprechstunde reduzieren und damit mehr Patienten mit weniger Überstunden versorgen?

Gesundheitskiosk als Anlaufstelle für Bürger

Als Herzstück des Vorhabens kann sicherlich der Gesundheitskiosk für die Bevölkerung gesehen werden. Die digitalen Gesundheitstreffpunkte sollen als Anlaufstelle für Bürger*innen dienen, die eine gesundheitliche Beratung benötigen. Neben Behandlungsmöglichkeiten sollen hier vor allem die Prävention, Verlaufsbeobachtung und Gesundheitsförderung im Mittelpunkt stehen.
Diese digitalen Gesundheitstreffpunkte sollen idealerweise dort entstehen, wo ohnehin ein Treffpunkt innerhalb der Gemeinde besteht, zum Beispiel in der Nähe des Wochen- oder Supermarkts, eines Cafés oder Vereins bzw. einer kirchlichen Einrichtung. Für den Wohlfühlfaktor sollen Sitzgelegenheiten, Möglichkeiten zur Erfrischung und Spielmöglichkeiten für Kinder sorgen. Eine Fachkraft sichert die medizinisch-technische Betreuung im Gesundheitstreffpunkt.

Der digitale Gesundheitstreffpunkt soll dabei zwei Bausteine umfassen:

  • Eine regelmäßig stattfindende hausärztliche Videosprechstunde.
  • Die Installation eines E-Health-Kiosks, der von Bürger*innen selbständig zur Überwachung von Vitaldaten wie Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Gewicht und Temperatur genutzt werden kann.

„Beide Projektelemente, Lotsen und Treffpunkt, helfen bei der Verbesserung der medizinischen Versorgung im Kreis Soest ohne den menschlichen Kontakt aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig steigert dies die Attraktivität und Lebensqualität des Kreises, nicht nur bei jungen Familien und medizinischem Personal“, erklärt Anna Czeschik. Denn: Durch gute Gesundheitsversorgung wird der Kreis für den Zuzug von Familien und jungen Arbeitnehmern attraktiver, was auch bei der Deckung des Fachkräftebedarfs der eingesessenen Arbeitgeber unterstützen kann. Somit wäre eine Fortführung auf lange Sicht in Kooperation mit großen Arbeitgebern denkbar. Auch Unternehmen der Gesundheitswirtschaft wie beispielsweise Apotheken sind potenzielle Kooperationspartner für die Weiterführung, sowie Arztpraxen der Region.

Ansprechpartner
Haben Sie Interesse an unseren Ansätzen zur Partizipation der Zielgruppen? Dann sprechen Sie unsere Experten im Team an.

Dr. Anna Czeschik

czeschik@matrix-gmbh.de

Geschrieben von : Kerstin Helmerdig